Der Weg zum Traumjob...Step by step!

„Ich habe meinen Traumjob gefunden“… das möchte wohl jeder einmal sagen können. Dabei ist der Weg dorthin oftmals leider gar nicht so leicht. Und das liegt nicht selten daran, dass wir selbst noch gar nicht wissen, wie dieser Traumjob aussehen könnte. Was kann und will ich überhaupt? Welcher Job passt zu mir? Und wenn ich das endlich weiß, wo wartet dieser Job auf mich? Wie finde ich die passende Stellenausschreibung und woher weiß ich, was sich hinter einer solchen Anzeige wirklich verbirgt? Antworten auf diese und ähnliche Fragen liefert uns Eva Schuhbauer von Lebenslauf Coaching. Als Coach ist sie Fachfrau auf dem Gebiet der Berufsorientierung und Bewerbung, hat selbst bereits über 700 Bewerbungsgespräche geführt und weiß, auf was es beim Einstieg ins Berufsleben ankommt. Eva Schuhbauer Lebenslauf Coaching

Frau Schuhbauer, um den Traumjob zu finden, muss man erst einmal wissen, nach was man sucht. Was raten Sie jemandem, der bei dieser Frage noch ganz am Anfang steht? Wie gehe ich vor, wenn ich noch überhaupt nicht recht weiß, in welche Richtung es beruflich gehen soll?

Die besten Informationen zu einer möglichen Ausrichtung bekommt man immer direkt von denjenigen, die schon in dem Umfeld tätig sind oder diese Fachrichtung studieren. Frühzeitig die Ohren offen halten lohnt sich! Begeistert euch die Erzählung von jemandem über seine Stelle? Stellt Fragen! Was hat derjenige gelernt oder studiert? Wie kam es zur Position und was begeistert denjenigen daran?  Was macht weniger Spaß? Gerade Young Professionals (1 – 3 Jahre Berufserfahrung) erinnern sich noch sehr gut an ihren eigenen Einstieg und freuen sich, wenn sie euch bei eurer Entscheidung unterstützen können. Es gibt außerdem viel Infomaterial im Internet und kostenlose Services zur Berufsberatung. Hat man eine Fachrichtung für sich entdeckt, sollte man sich Gedanken machen, ob diese für das angestrebte berufliche Ziel stimmig ist. Wenn ich beispielsweise gerne neue Autos entwickeln möchte, muss ich davor ein Ingenieursstudium absolvieren, auch wenn ich Physik nicht mag. Beißt euch lieber drei bis fünf Jahre im Studium durch, als die restlichen 45 Jahre im Berufsleben. Orientierung Beruf Job Studium

Wie stark sollte ich bei meiner Berufswahl die Lage auf dem Arbeitsmarkt mit einbeziehen? Ich interessiere mich für ein etwas exotisches Studium oder Berufsfeld und weiß, dass es in diesem Bereich kaum Jobs gibt, soll ich es trotzdem wagen oder lieber auf sicherem Terrain bleiben und etwas machen, dass vielleicht nicht 100%ig meinen Interessen entspricht?

Der allerwichtigste Tipp ist, sich selbst ehrlich zu hinterfragen, ob ein temporäres Interesse dahintersteckt (z. B. durch eine Doku im Fernsehen o. ä.) oder eine richtige Leidenschaft für das Fachgebiet, bestenfalls sogar ein Talent. Kann ich letzteres mit „ja“ beantworten, sollte ich im nächsten Schritt überlegen, ob die berufliche Perspektive für mich auch attraktiv ist. Wie bei der letzten Frage bereits geschrieben, hilft es wenig, drei Jahre etwas Spannendes zu studieren und überhaupt nicht zu wissen, was man damit anfangen kann. Grundsätzlich rate ich allen, die noch unsicher sind und einfach nur keinen klassischen Studiengang wählen möchten, dass sie sich doch zunächst für ein Studium mit einer tendenziell guten Perspektive entscheiden und sich lieber etwas später durch einen entsprechenden Schwerpunkt oder ein exotischeres Praktikum von der Masse abheben. Der Einstieg in die Berufswelt kann den weiteren Weg natürlich auch noch in andere Richtungen lenken, der Politologe kann beispielsweise durchaus den Einstieg im Projektmanagement finden, ebenso kann ein Archäologe im Vertrieb starten. Bei vielen Berufen zählt vor allem die Persönlichkeit und dass man einen bestimmten Bildungsgrad hat, unabhängig von der Fachrichtung. Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich! Bewerbung Job Studium Kandidat

Ich habe mein Studium abgeschlossen und weiß mittlerweile, wie mein Traumjob aussehen kann und was mich beruflich interessiert. Wie finde ich nun diesen Traumjob? Wie gehe ich bei der Jobsuche vor und welche Bewerbungswege gibt es?

Zunächst sollte man sich ein paar grundsätzliche Dinge überlegen: Ist man eher Spezialist oder Generalist? Möchte man eher klare Strukturen oder dynamische Prozesse? Also kurz: Was ist mir außer der Fachrichtung noch wichtig am künftigen Arbeitgeber und der Tätigkeit. Die Jobsuche findet inzwischen fast nur noch digital statt. Man kann in die jeweiligen Suchmaschinen nicht nur Titel (z. B. „Entwicklungsingenieur“) eingeben, sondern auch Stichwörter (z. B. „kreativ, entwickeln, dynamisch, international“) Variiert man die Stichpunkte, erhält man ein wesentlich abwechslungsreicheres Suchergebnis. Grundsätzlich gilt – je größer das Unternehmen, desto zeitaufwändiger die anschließende Bewerbung. Die meisten großen Unternehmen haben sehr umfangreiche Bewerberportale. Zusätzlich zu den regulären Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse), überträgt man im Portal beinahe den kompletten Lebenslauf in die dafür vorgesehenen Felder. Kleineren Unternehmen reicht oft die Bewerbung als E-Mail, bei der die Unterlagen komplett in einer PDF-Datei verschickt werden. Stellenanzeige Job Bewerbung

Oft sind Stellenausschreibungen so formuliert, dass man das Gefühl hat, einen Geheim-Code entziffern zu müssen, um zu verstehen, was sich wirklich dahinter verbirgt. Auf was sollte man achten, wenn man eine Stellenanzeige vor sich hat?

Stellenausschreibungen sind meist recht ähnlich aufgebaut, die Reihenfolge variiert manchmal:
  1. Einleitung/Infos zum Unternehmen
  2. Beschreibung der Tätigkeit/en und Verantwortung/en
  3. Anforderungen an die Kompetenzen und Fähigkeiten des Bewerbers
  4. Optional: Was bietet das Unternehmen seinen Arbeitnehmern
  5. Link zum Bewerberportal und/oder Kontaktinformationen
Eine gut formulierte Stellenausschreibung führt bei Punkt zwei von der Haupttätigkeit absteigend zu den weniger zeitintensiven Tätigkeiten. Wenn man die ersten Punkte eher unattraktiv findet, sollte man die Bewerbung nochmals überdenken. Bei den Kompetenzen und Fähigkeiten ist es ähnlich, der erforderliche Abschluss steht meist zu Beginn und dieser ist meist nur leicht verhandelbar (ähnliche Fachrichtungen). Die Anforderungen starten meist mit den Hard-Skills und enden mit den Softskills oder sprachlichen Fähigkeiten. Steht vor der Fähigkeit ein „Idealerweise“ (o. ä.), so lohnt sich eine Bewerbung auch dann, wenn man dieses Kriterium nicht erfüllt. Auch wenn wir Personaler uns stellenweise gerne Bewerber backen möchten – am Ende gewinnen Angebot und Nachfrage. Meist steht bei der Stellenausschreibung auch ein Ansprechpartner dabei – bevor man lange überlegt, was denn nun tatsächlich hinter einer Ausschreibung steckt und ob man realistische Chancen hat – einfach anrufen und nachfragen! Aber bitte vorab kurz vorbereiten, sodass man die richtigen Fragen dann auch parat hat. Be yourself Authentizität

Sie kennen den Bewerbungsprozess von der anderen Seite, aus der Perspektive der Recruiter. Was ist der wichtigste Tipp, den Sie Bewerbern geben können, die bemüht sind, ihren Traumjob zu ergattern?

Authentizität. Und damit meine ich nicht ein unprofessionelles oder zu lockeres Verhalten. Manieren und Höflichkeit gehören immer dazu, auch wenn man privat vielleicht weniger Wert darauflegt. Mit Authentizität meine ich, dass man im Bewerbungsprozess einen „echten“ Eindruck von sich vermitteln sollte. Schließlich sucht nicht nur das Unternehmen euch aus, sondern auch ihr das Unternehmen. Solltet ihr also aufgrund eurer Persönlichkeit abgelehnt werden, wollt ihr dort vielleicht auch gar nicht arbeiten. Vielen Dank Frau Schuhbauer, dass Sie Ihr Wissen und Ihre Erfahrung mit uns geteilt haben! :-)