Wörter, auf die du im Bewerbungsgespräch verzichten solltest!

Endlich hast du die Einladung zum Bewerbungsgespräch bekommen, auf die du dich so gefreut hast! Dieses Gespräch könnte dir die Tür zu deinem Traumpraktikum oder Traumjob öffnen! Du bist schon ganz aufgeregt, stellst dir bereits vor, wie du mit einem stolzen Lächeln auf den Lippen durch die Gänge des Unternehmens stolzierst. Du fieberst regelrecht diesem Moment entgegen, der dir endlich ermöglichen wird, deinem zukünftigen Arbeitgeber gegenüber zu sitzen und ihn von deinem überragenden Profil zu überzeugen. Aber um auf den Boden der Tatsachen zurückzukommen: leider bist du nicht der einzige motivierte, dynamische und enthusiastische Kandidat, der alles tun wird, um diesen Traumjob zu ergattern.  Wie kannst du also einen Arbeitgeber davon überzeugen, dass du der ideale Kandidat für sein Unternehmen bist? Wie kannst du dich von deinen Konkurrenten abheben? Ganz einfach, indem du darauf verzichtest, im Gespräch dieselben Standardfloskeln und Wörter herunterzuleiern, die dein Gegenüber täglich zu hören bekommt, zum Beispiel...Ja welche Wörter und Floskeln sind das überhaupt? Und wie kannst du dich deinem Gesprächspartner auf originelle und vor allem individuelle Art präsentieren? 

Jeder von uns hat schon mindestens einmal gesagt...

Ganz ehrlich, wer hat sich nicht schon mindestens einmal im Leben als dynamisch, motiviert, kreativ und enthusiastisch beschrieben, bereit, alles dafür zu geben, um den Ansprüchen des Unternehmens gerecht zu werden? Egal ob für ein Praktikum, einen Studienplatz oder einen Job, die Bewerbungen sind doch (fast) immer dieselben. Lebenslauf und Motivationsschreiben sind bis ans Limit gefüllt mit 0815-Adjektiven und Floskeln, die dich als den idealen Kandidaten darstellen sollen, während du doch in Realität nur ein weiteres Element in der Kategorie der "ehrgeizigen und enthusiastischen" Bewerber bist. emploi, carrière, entretien embauche, mot adjectifs expression, candidat, recruteur, étudiant, jeune diplômé, stage, Leider haben diese - deiner Meinung nach - so vielsagenden Wörter für den Arbeitgeber nicht den gewünschten Effekt. Ganz im Gegenteil, durch solche Ausdrücke präsentierst du dich als einer von vielen und gehst in der Masse der Bewerber unter (was natürlich ganz und gar nicht das Ziel deiner Bewerbung ist!). Gemäß LinkedIn haben wir die verhängnisvolle Gewohnheit, immer dieselben Adjektive und Ausdrücke zu verwenden, um uns zu beschreiben, darunter zum Beispiel:
  • Motiviert
  • Enthusiastisch
  • Kreativ
  • Dynamisch, zielstrebig
  • Mit langjähriger Erfahrung
  • Verantwortungsbewusst
  • Strategisch
  • Hervorragender Leistungsausweis
  • Organisiert
Diese Liste traditioneller Schlagwörter in Bewerbungen können wir noch durch die Dauerbrennern "ambitioniert", "autonom" und "ehrgeizig" ergänzen. emploi, carrière, entretien embauche, mot adjectifs expression, candidat, recruteur, étudiant, jeune diplômé, stage,

Aber warum funktioniert das denn so nicht?

Ganz einfach, weil diese Wörter und Floskeln, die meist sehr vage und alles andere als aussagekräftig sind, aus dir einen Kandidaten unter vielen machen und deinem Profil den individuellen und einzigartigen Charakter nehmen. Versetze dich einmal in die Haut des Arbeitgebers: du suchst einen jungen Absolventen für einen Juniorposten in eurem Unternehmen und da es sich um einen unbefristeten Arbeitsvertrag handelt, willst du sicher sein, dass du DEN idealen Kandidaten findest, denjenigen, der am besten zu den Werten des Unternehmens passt und der gleichzeitig einzigartig ist und die perfekte Ergänzung für das Team darstellt. Wenn dann reihenweise Lebensläufe und Motivationsschreiben über deinen Tisch wandern, in denen sich die Mehrheit der Bewerber als "dynamisch" und "motiviert" beschreibt, schwindet langsam die Hoffnung, die gesuchte seltene Perle zu finden. emploi, carrière, entretien embauche, mot adjectifs expression, candidat, recruteur, étudiant, jeune diplômé, stage, Außerdem sind diese Wörter meist frei von Inhalt und Aussagekraft und derjenige, der sie hört oder liest, kann damit absolut gar nichts anfangen. "Ich bin dynamisch". Schön und gut aber was soll das konkret heißen? Wir alle verwenden diese Wörter und Floskeln, obwohl sie nicht unsere wahre Persönlichkeit beschreiben, die wir doch eigentlich unserem potenziellen neuen Arbeitgeber offenbaren wollen. Wie kann uns dies also gelingen und welche Adjektive und Ausdrücke sollten wir dafür verwenden?

Sag es, aber sag es richtig !

Auch wenn du dem Arbeitgeber zeigen möchtest, dass du der ideale Kandidat für die Stelle bist, ist es sinnlos, wenn du bestimmte Wörter und Floskeln verwendest, nur um zu zeigen, dass du diese irgendwo aufgeschnappt hast und damit die Lücken in der Bewerbung stopfst. Du gehst dadurch nicht nur in der Masse unter, sondern sagst auf diese Weise auch absolut nichts über deine Persönlichkeit aus und darüber, wer du wirklich bist. Auch wenn es anfangs schwierig erscheint, versuche dich im Bewerbungsgespräch und in deinen Bewerbungsunterlagen mit Wörtern zu beschreiben, die wirklich zu dir passen und vor allem, verwende konkrete Beispiele.  Es hilft einem Arbeitgeber nicht, wenn du dich als dynamischer und motivierter Kandidat präsentierst, der bereit ist, jede Herausforderung zu stemmen, um die Missionen des Unternehmens auszuführen. Ok, du bist nicht der Faulpelz, der sich darauf freut, Däumchen drehen zu können (aber gut, davon ging er wohl sowieso aus, sonst hätte er dich vermutlich nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen). Wenn du jedoch davon berichtest, dass du dich während des Studiums engagiert hast, als Fachschaftsvorsitzender tätig warst und dich als Mitglied in der studentischen Unternehmensberatung  eingebracht hast, weil du dich für die Verbesserung des Studentenlebens einsetzen und Marktforschung für Unternehmen betreiben wolltest...das sagt dann gleich schon etwas mehr über dich aus! emploi, carrière, entretien embauche, mot adjectifs expression, candidat, recruteur, étudiant, jeune diplômé, stage, Scheue daher nicht davor zurück, ehrlich zu sein, deine Stärken hervorzuheben und vor allem, dir die Zeit zu nehmen, dem Gegenüber vor Augen zu führen, wer du bist, was dir persönlich wichtig ist und warum dein Profil ganz zu recht das passende für die ausgeschriebene Stelle ist. Aber auch hier gilt: übertreibe nicht! Du brauchst kein seitenlanges Motivationsschreiben aufzusetzen als wärst du gerade dabei, deine eigene Biographie aufs Papier zu bringen. Klasse statt Masse ist hier angesagt! Es ist besser, du beschränkst dich auf das Wesentliche und drückst dies gekonnt und angemessen aus (denn auch im beruflichen Kontext gilt häufig der Grundsatz "Less is more"). Doch Achtung! Nur weil du dich nicht als dynamisch beschreibst, heißt das ja noch lange nicht, dass du ein energieloser Faulpelz bist. Es gibt ganz einfach auch andere Möglichkeiten, diesen Aspekt deiner Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen, beispielsweise Adjektive wie unternehmungslustig, bestimmt, energiegeladen oder aber bestimmte Soft Skills. Dies zeigt dem Arbeitgeber nicht nur, dass du über ein reiches und vielseitiges Vokabular verfügst. Es ermöglicht dir zudem, ein Beispiel anzuführen, das dieses Adjektiv veranschaulichen kann: "Ich bezeichne mich als unternehmungslustig, da ich...". Arbeitgeber schätzen vor allem Vollverben und Ausdrücke, die konkrete Resultate beschreiben, wie zum Beispiel: "erzielt/realisiert", "verbessert", "gegründet", "gemanaged", "ins Leben gerufen" etc. Sich in einer Bewerbung von anderen Kandidaten abzuheben ist generell nicht einfach. Natürlich wollen wir alle unseren Traumjob ergattern und dem Arbeitgeber beweisen, dass unser Profil DAS beste ist, weshalb wir ihm lang und breit erzählen wie unglaublich "motiviert" wir sind, diesen Posten zu übernehmen. Um jedoch aus der Masse hervorzustechen, musst du eine gewisse Originalität an den Tag legen und darüber nachdenken, was dich wirklich charakterisiert und was es ist, was dich zum idealen Kandidaten für die Stelle macht. Zögere dabei nicht, auf konkrete Beispiele einzugehen, von früheren Erfahrungen zu berichten oder eine persönliche Anekdote zu erzählen...kurz gesagt all das, was leere Adjektive und Floskeln ersetzen kann, die Arbeitgeber nicht mehr hören können. Jedes Profil ist einzigartig und muss zur Geltung gebracht werden. Es liegt an dir, die richtigen Wörter dafür zu finden, Wörter, die für den Arbeitgeber, vor allem aber für dich selbst, Sinn ergeben und aussagekräftig sind ;)