Auch ein Praktikant hat Rechte!

Auch ein Praktikant hat Rechte!
Praktika sollen dir vor allem eines ermöglichen, sie sollen dir die Gelegenheit geben, berufsorientierende und berufsqualifizierende Erfahrungen zu sammeln...wenn möglich positive Erfahrungen! Es kann allerdings auch passieren, dass deine eigene Meinung und die Ansicht deines Praktikumsgebers bei gewissen Fragen auseinander driften. Du hättest gerne Urlaub, dein Praktikumsgeber möchte dir keine freien Tage genehmigen. Du brauchst ganz dringend dein Praktikumszeugnis, dein Betreuer lässt sich Zeit damit oder sieht es gar überhaupt nicht ein, dir eines auszustellen. Und nun? Egal, ob in deinem Praktikum alles nach Plan verläuft oder es zu gewissen Unstimmigkeiten kommt - wichtig ist, dass du die Rechte kennst, die dir als Praktikant zustehen. und du dich bereits im Vorfeld über die gültigen Regelungen informierst.   Praktikant Rechte Die Rechte und Pflichten eines Praktikanten in Deutschland unterscheiden sich zuerst einmal ganz wesentlich je nachdem ob es sich um ein Pflichtpraktikum oder ein freiwilliges Praktikum handelt. Als Pflichtpraktikum wird ein Praktikum bezeichnet, das in deiner Studienordnung vorgeschrieben und fest ins Studium integriert ist, zum Beispiel als Praxissemester. Wenn du in den Semesterferien oder auch vor bzw. nach dem Studium ein Praktikum absolvierst, das für dein Studium nicht zwingend notwendig ist, dann handelt es sich um ein freiwilliges Praktikum, für das wiederum ganz andere Regelungen gelten. Hier ein Überblick über die wichtigsten Aspekte: Bezahlung Praktikum

Bezahlung

Für ein Pflichtpraktikum gibt es keinen gesetzlichen Anspruch auf Bezahlung. Generell kann ein Arbeitgeber dein Engagement als Praktikant aber natürlich trotzdem mit einer Vergütung belohnen. Auch wenn es nicht leicht ist, diesen etwas peniblen Punkt anzusprechen, solltest du nachhaken, ob eine freiwillige Bezahlung für dein Praktikum eventuell in Frage kommt. Fragen kostet nichts und dein Mut kann sich auszahlen! Absolvierst du ein freiwilliges Praktikum, so fallen deine Rechte unter das Berufsbildungsgesetz. Wenn dein freiwilliges Praktikum länger als einen Monat dauert und du als Praktikant fest in den Arbeitsalltag des Unternehmens eingebunden bist, so hast du auch einen Anspruch auf Vergütung. Vor allem, bei Praktika, bei denen die Vermittlung neuer Kenntnisse eher im Hintergrund steht und vor allem deine Arbeitsleistung zählt, hast du ein Recht auf eine angemessene Bezahlung! Freiwillige Praktika, die länger als drei Monate dauern, fallen unter das Mindestlohngesetz, dir stehen also ganze 8,50 € pro Stunde zu! Urlaub Krankheit Praktikant

Urlaub und Krankheit

Absolvierst du ein Pflichtpraktikum, so hast du leider keinen Anspruch auf Urlaubstage. Wenn du krank sein solltest, hast du selbstverständlich das Recht, zu Hause zu bleiben. Vergiss aber nicht, rechtzeitig zum Arzt zu gehen und dir eine Krankmeldung ausstellen zu lassen. Da für ein Pflichtpraktikum kein Anspruch auf Bezahlung besteht, hast du natürlich auch wenn du krank bist keinen Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Für ein freiwilliges Praktikum steht dir der gesetzliche Mindesturlaub zu, also mindestens zwei Werktage pro Monat. Dieser Anspruch fällt jedoch weg, wenn du für weniger als vier Wochen im Unternehmen bist, oder du beispielsweise nur hospitierst und keinen Beitrag zum Betriebsergebnis leistest. Als Pflichtpraktikant wirst du für Urlaubs- und Krankheitstage bezahlt. Arbeitszeiten Praktikant

Arbeitszeiten

Auch für Praktikanten gilt das Arbeitszeitgesetz, das die Arbeitszeit auf 8 Stunden pro Tag beschränkt. In der Regel gilt auch, dass du an Sonn- und Feiertagen nicht arbeiten musst. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn du in einem Bereich tätig bist, in dem es ganz normal ist, dass auch an solchen Tagen gearbeitet wird, beispielsweise in der Gastronomie oder im Krankenhaus. Dann hast du jedoch Anspruch auf einen Ersatzruhetag. Wie genau deine Arbeitszeiten aussehen, wird dir dein Praktikumsgeber mitteilen. Natürlich musst du dich dabei in der Regel an die üblichen Arbeitszeiten des Unternehmens halten, es ist schließlich nicht sinnvoll, wenn dein Betreuer von 6 bis 15 Uhr im Büro bist, du als Praktikant hingegen von 10 bis 19 Uhr ;-) Praktikumsvertrag Praktikant Praktikumszeugnis

Praktikumsvertrag und -zeugnis

Ein schriftlicher Praktikumsvertrag ist weder für Pflichtpraktika noch für freiwillige Praktika zwingend vorgeschrieben. Es ist allerdings trotzdem sehr empfehlenswert, die konkreten Bedingungen des Praktikums offiziell festzuhalten. Ein solches Schriftstück sorgt für Sicherheit und Klarheit - sowohl für dich, als auch für deinen Arbeitgeber. Vorteilhaft ist auch in jedem Fall, einen konkreten Plan über den voraussichtlichen Ablauf des Praktikums auszuarbeiten, der die angestrebten Lernziele und Arbeitsphasen enthält. Auch ein solcher Plan kann Teil des Praktikumsvertrages werden. Hast du ein Pflichtpraktikum absolviert, so hast du das Recht, eine Praktikumsbescheinigung ausgestellt zu bekommen, nicht aber das Recht auf ein ausführliches Zeugnis. Da ein qualifiziertes Zeugnis für spätere Bewerbungen jedoch aussagekräftiger ist, solltest du den Praktikumsgeber dennoch darum bitten, dir ein solches auszustellen! Bei freiwilligen Praktika brauchst du dir darüber keine Gedanken zu machen, du hast dann nämlich gemäß Berufsbildungsgesetz in jedem Fall das Recht auf ein qualifiziertes schriftliches Arbeitszeugnis, das Aufschluss über deine Tätigkeiten während des Praktikums gibt und darüber hinaus eine Bewertung deiner Leistungen umfasst.   Nach dieser kleinen Lektüre bist du bestens auf dein nächstes Praktikum vorbereitet! Auf Wizbii wartet schon die passende Stelle auf dich!  Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung