Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch - so gehst du souverän damit um!

Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch - so gehst du souverän damit um!
Fragen in einem Vorstellungsgespräch zielen darauf ab, den Bewerber und seine Motivation für den Job besser kennenzulernen, aber auch die Spontanität des Kandidaten und seine Reaktion auf Stresssituationen zu testen.  Daher baut der Arbeitgeber neben den typischen Fragen, auf die sich wohl jeder im Voraus vorbereitet, auch die ein oder andere "Falle" ein. Doch auch wenn man manchmal diesen Eindruck hat - ein Bewerbungsgespräch ist kein Verhör! Und auch wenn der Arbeitgeber selbstverständlich am längeren Hebel sitzt, musst du nicht ohne zu zögern wahrheitsgemäß auf alle Fragen antworten, die dir gestellt werden! Gewisse persönliche Informationen musst du nicht preisgeben, wenn du das nicht willst! Um welche Aspekte handelt es sich dabei genau und wie kannst du angemessen reagieren, falls dir eine solche Frage dennoch gestellt wird? 

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Unzulässige Fragen

Sämtliche Fragen, die in Bezug zu der Tätigkeit stehen, für die du dich beworben hast, musst du selbstverständlich beantworten und zwar wahrheitsgemäß! Dazu gehören beispielsweise Fragen über deine Kenntnisse, Fähigkeiten, universitären Leistungen, deine bisher absolvierten Praktika oder eventuelle Berufserfahrung und deine Motivation, in diesem Unternehmen zu arbeiten. Unzulässig sind jedoch Fragen, die für den Arbeitgeber aus strategischen Gründen zwar interessant sein könnten, jedoch zu weit in deine Privatsphäre eindringen und keinen direkten Bezug zu der angestrebten Tätigkeit haben.

Darunter fallen Fragen...

  • nach einer bestehenden Schwangerschaft
  • über deine Familienplanung
  • über deine Konfession
  • über deine Zugehörigkeit zu einer politischen Partei oder einer Gewerkschaft
  • über dein Privatleben im Allgemeinen
  • über deinen Partner oder Verwandte (persönliche Daten, Beruf, finanzielle Verhältnisse etc.)
  • über deine eigene Gesundheit (bestehende Krankheiten oder Behinderungen)
  • über deine finanziellen Verhältnisse und deinen bisherigen Verdienst
  • über eventuelle Vorstrafen
Fragen Bewerbungsgespräch Ausnahmen

Keine Regel ohne Ausnahme...

Selbstverständlich gibt es auch hier Ausnahmen. Ist eine der oben genannten Fragen von zentraler Bedeutung für die angestrebte Tätigkeit, so hat der Arbeitgeber in Ausnahmefällen das Recht, diese zu stellen und eine wahre Antwort darauf zu erhalten. Wenn du dich beispielsweise für einen Job bewirbst, der Risiken für eine schwangere Frau oder das ungeborene Kind birgt, so hat der Arbeitgeber selbstverständlich das Recht, sich nach einer Schwangerschaft zu erkundigen und darauf eine wahrheitsgemäße Antwort zu erhalten! Genauso kann sich der Arbeitgeber bei der Bewerbung um eine Stelle, die mit körperlicher Anstrengung verbunden ist, nach dem gesundheitlichen Zustand des Bewerbers erkundigen. Auch bei einer Anstellung in der Lebensmittelbranche können Fragen zum Gesundheitszustand gestellt und sogar ein Gesundheitszeugnis angefordert werden. Fragen über die Vermögensverhältnisse oder eventuelle Schulden sind beispielsweise bei der Bewerbung in einer Bank zulässig. Ebenso dürfen angehende Juristen oder (Polizei)Beamte nach bestehenden Vorstrafen gefragt werden. Fragen Bewerbungsgespräch

Wie reagiere ich auf unzulässige Fragen?

Auch wenn die oben genannten Fragen theoretisch unzulässig sind - gestellt werden sie in Bewerbungsgesprächen dennoch häufig. Wichtig ist, dass du in einer solchen Situation souverän reagierst. Natürlich kannst du einfach nur still dasitzen und überhaupt nichts sagen. Dieses Verhalten wäre jedoch alles andere als professionell! Auch ein "Das dürfen Sie mich doch gar nicht fragen" sollte dir möglichst nicht herausrutschen. Hier ein paar Tipps für eine angemessene Reaktion auf unzulässige Fragen:

Sage trotz allem die Wahrheit

Natürlich kann es sein, dass dir eine prinzipiell unzulässige Frage gestellt wird, du jedoch kein Problem darin siehst, diese wahrheitsgemäß zu beantworten. Dein potenzieller neuer Arbeitgeber möchte wissen, ob du schwanger oder vorbestraft bist oder eine gesundheitliche Beeinträchtigung hast, dies ist jedoch nicht der Fall? Dann ist es wohl am unkompliziertesten, die Frage einfach mit "Nein,...." zu beantworten.

Begründe, warum du die Frage nicht beantworten möchtest

Wie bereits erwähnt, hast du bei unzulässigen Fragen das Recht, die Antwort zu verweigern. Tatsächlich kann dir durch die wahrheitsgemäße Beantwortung bestimmter Fragen unter Umständen eine Benachteiligung entstehen. Wenn du aus diesen Gründen nicht antworten möchtest, empfiehlt es sich dennoch, deine Entscheidung zu begründen. Dies kannst du beispielsweise tun, indem du eine Rückfrage stellt: "Worin besteht für Sie der Zusammenhang zwischen dem Beruf meines Partners/ einer eventuellen Schwangerschaft/ meiner Konfession/... und meiner angestrebten Tätigkeit?"

Auch eine Lüge ist erlaubt

Wenn du dir sicher bist, dass die Frage absolut keine Relevant zu die Stelle hat und du das Gefühl hast, durch eine wahrheitsgemäße Antwort im Bewerbungsprozess diskriminiert werden zu können, hast du auch das Recht zu lügen. Wenn dich der Personaler beispielsweise nach deiner Familienplanung fragt und du befürchtest, dass er dich nicht einstellt, wenn du ihm von einer Großfamilie vorschwärmst, hindert dich nichts daran zu behaupten, dass du nicht geplant hast, eine Familie zu gründen. Auch wenn es vielen aus moralischen Gründen nicht leicht fällt, zu schwindeln - werden dir in einem Bewerbungsgespräch unzulässige Fragen gestellt und das vielleicht sogar in der Absicht, dich zu diskriminieren, dann scheue nicht davor zurück, eine unwahre Antwort zu liefern! Fragen Bewerbungsgespräch Oftmals stellen Personaler unzulässige Fragen, weil Sie sich gar nicht der Tatsache bewusst sind, dass die Frage unangebracht ist. Du solltest dich jedoch immer fragen, ob eine solche Frage in deinem Fall nicht tatsächlich eine Relevanz für den angestrebten Job hat. Ist dies nicht der Fall und hast du das Gefühl, der Arbeitgeber geht zu weit und stellt dir eine unzulässige Frage nach der anderen, solltest du dir Gedanken darüber machen, ob du in diesem Unternehmen überhaupt arbeiten möchtest. In jedem Fall gilt jedoch: Ruhe bewahren und eine professionelle Reaktion zeigen! Nicht selten werden solche Fragen nämlich lediglich mit dem Ziel gestellt, das Verhalten des Kandidaten auf die Probe zu stellen! Du weißt nun, welche Fragen dir in einem Bewerbungsgespräch prinzipiell nicht gestellt werden dürfen und kannst dir mit Hilfe unserer Tipps im Voraus Gedanken darüber machen, wie du reagieren möchtest, falls dies dennoch passiert! Deiner Bewerbung steht also nichts mehr im Weg! Auf Wizbii wartet bereits das passende Praktikum oder der passende Job auf dich :-)