Wingly: ein unternehmerischer Höhenflug

Seiten, über die man eine Mitfahrgelegenheit inserieren oder selbst eine suchen kann, sind seit langem keine Seltenheit mehr. Doch warum sollte dieses Konzept nur auf der Straße funktionieren? Lars, Bertrand und Emeric, drei junge und ambitionierte Gründer verwirklichten letztes Jahr ihre geniale Idee: eine Mitflugzentrale. Der 22 Jahre junge Unternehmer Lars berichtet Wizbii von diesem unternehmerischen Höhenflug:

Wingly Gründer (Emeric, Lars, Bertrand)

Hallo Lars, kannst du uns mehr über dein Team und deinen Werdegang erzählen? 

Wingly wurde von uns dreien, Bertrand, Emeric und mir, Lars, gegründet. Bertrand und Emeric, zwei Franzosen, schlossen ihr Studium in Aerospace Engineering beziehungsweise Entrepreneurship an der renommierten École Polytechnique in Paris ab. Beide sind Privatpiloten und fliegen leidenschaftlich gerne. Ich bin meinerseits seit meiner Kindheit an Technik, sowie dem Reisen interessiert und begann somit schon früh, selbstständig zu arbeiten. Nach dem Abitur ging es direkt aus meiner Heimat Koblenz nach Berlin, dann nach China und in die USA. Heute ist es Paris. Und neben uns drei Gründern gibt es noch drei weitere Mitarbeiter, die uns hervorragend unterstützen. Vor kurzem erst haben wir Zuwachs mit Lukas bekommen, der uns im Country Management für DACH hilft.

Berichte uns doch bitte erst einmal ganz allgemein über Wingly...

Wir sind eine sogenannte Mitflugzentrale. Wingly bringt Piloten und Passagiere zusammen: Auf der Web-Plattform inserieren private Piloten, welche Strecken sie wann fliegen; potenzielle Passagiere können über das System einfach buchen. Neben den Routen gibt es viele Angebote für kurze und ausführlichere Rundflüge. Das Prinzip funktioniert wie bei einer klassischen Mitfahrzentrale und ist erstaunlich günstig. Denn Piloten teilen lediglich ihre Kosten. Kostet eine Flugstunde den Piloten beispielsweise 200 €, werden unter 3 Gästen und dem Piloten jeweils 50 € pro Person fällig. Preiswert und fair für jedermann. Wir möchten damit Menschen für das Fliegen begeistern und die Welt der Luftfahrt demokratisieren.

Aus welchem Grund habt ihr Wingly gegründet? 

Wir sind alle leidenschaftliche Flieger und Reisende. In Hochzeiten der Sharing Economy mit Airbnb, BlaBlaCar und vielem mehr, wurde es Zeit, auch die Lüfte zu erobern. Mit Wingly helfen wir Privatpiloten ihre Leidenschaft zu teilen und die Luftfahrt wieder anzukurbeln. Viele Menschen denken, dass die allgemeine Luftfahrt mit seinen Kleinflugzeugen lediglich der wohlhabenden Elite vorbehalten sei. Dieses Vorurteil möchten wir aufräumen und den Menschen zeigen: man kann auch für 40 € abheben! Schon heute haben uns viele Emails von begeisterten Mitfliegern erreicht, die jetzt an ihrer eigenen Privatpilotenlizenz arbeiten.

Wingly Flüge Piloten

Was ist euer Wettbewerbsvorteil?

Wingly ist seit jeher auf Transparenz ausgelegt. Gerade, weil viele Menschen nicht wissen, worum es bei der allgemeinen Luftfahrt geht, zeigen wir die Risiken, aber auch die Vielfalt an Vorteilen. Unsere Mitflieger sollen gut informiert sein und sich entspannt auf ein tolles Flugerlebnis freuen können. Des Weiteren haben wir voll automatisierte Bezahlsysteme, ein Nachrichtensystem zum Austausch, auch vor dem Flug und viele weitere Funktionen, mit denen wir uns von der Konkurrenz abheben. Dies wissen unsere Piloten zu schätzen.

Seid ihr auf Schwierigkeiten gestoßen, mit denen ihr nicht gerechnet habt? 

Zu Beginn dachten wir, mit der einheitlichen, europäischen Rechtslage kann gar nichts schief gehen. Als wir dann allerdings in Frankreich, unserem Ausgangsmarkt, einen sehr rapiden Start mit viel Fernsehberichterstattung und Medienrummel hatten, kamen auch schnell Kritiker. Kritiker, die versuchten, unsere Plattform als kommerziell darzustellen, obwohl Piloten bei uns lediglich die Kosten teilen und selber noch ihre Anteile zahlen. Das hat uns das Leben in Frankreich schwer gemacht, weshalb wir unser Angebot schnell um den deutschen Markt erweitert haben. Hierzulande floriert die Mitflugzentrale Wingly. Keine rechtlichen Barrieren und die Menschen genießen es einfach, Leidenschaft und Kosten zu teilen. Auch in Frankreich wurde die Aktivität gerade erst wieder aus einer gewissen „Grauzone“ geholt und komplett legalisiert. Nun arbeiten wir auch dort wieder mit voller Kraft, um unsere Aktivitäten in Frankreich auszuweiten.

Wingly Mitflugzentrale

Wie geht ihr vor, um Wingly bei eurer Zielgruppe bekannt zu machen?

Wenn man einer Aktivität wie Wingly nachgeht, spricht es sich schnell herum. Gerade unter Piloten sind wir schon vielerorts bekannt. Das Fliegen in einem Kleinflugzeug ist eine virale Tätigkeit, die süchtig machen kann. Deswegen legen wir großen Fokus auf die Kommunikation in sozialen Netzwerken. Mit Erfolg!

Vielen Dank Lars für diese interessanten Einblicke in euer Start-Up, euren Werdegang und eure Erfahrungen als junge Unternehmer! 

Wenn auch ihr Lust habt, abzuheben und loszufliegen, dann klickt euch durch die Seite von Wingly!

Auf Wizbii könnt ihr euer eigenes kreatives Gründungsprojekt ins Leben rufen, euch spannenden Projekten anschließen oder aber ganz bodenständig nach einem Job oder Praktikum suchen, los geht's! 

Fotos: ©Wingly